Josef Gredler

61  „Handelskriege sind gut - und leicht zu gewinnen“ (09.03.2018)

 

   Dass einmal ein Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika der Weltöffentlichkeit direkt ins Gesicht sagt, (Handels)kriege sind gut und leicht zu gewinnen, hätte man vor Donald Trumps Betreten der politischen Weltbühne für unmöglich gehalten. Mit Donald Trump hat in der Geschichte der USA eine neue Zeitrechnung begonnen. Dort schreibt man das Jahr 2 seiner Regierung. Das Undenkbarste ist denkbar geworden, das Unglaublichste zur Tatsache. Da gibt es keine rote Linie mehr für „Dinge“, die man einfach nicht sagen darf. Diese rote Linie gäbe es auch für „Dinge“, die man gar nicht einmal denken soll. Dass Donald Trump völlig anders tickt und denkt und redet, als Staatsmänner bzw. Staatsfrauen tun dürfen, sollen, müssen… ist schaurige Tatsache. Das unkontrollierte Aussprechen seiner Gedanken ist aber gar nicht das eigentliche Problem, sondern dass sich solche Gedanken in seinem Kopf vorher einnisten konnten. Dass diese Gedanken dann eines Tages schlüpfen und zu Worten werden, die Unverständnis und Entsetzen auslösen und auch in eine globale Katastrophe führen können, ist nur die Folge der ursprünglichen Katastrophe, dass jemand, dessen moralische Paramater im Hinterkopf dermaßen aus den Fugen geraten sind,  der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika werden und damit zum – immer noch – mächtigsten Mann der Welt aufsteigen kann. Dass seine Amtszeit durch ein Amtsenthebungsverfahren abgekürzt werden kann, ist unwahrscheinlich. Ob die nächste Präsidentschaftswahl 2021 diesem Schrecken ein Ende bereitet, ist ungewiss.

 

© Josef Gredler