Josef Gredler

58  Trump – eine globale Gefahr

 

   Es geht längst nicht mehr um jene Beleidigungen, Beschimpfungen, sexistischen Entgleisungen Trumps, die uns in seinem Wahlkampf um die Präsidentschaft zum mächtigsten Mann der Welt entsetzt haben. Die Zeiten, da man sich nur über derlei empören musste, sind vorbei. Es geht jetzt um globale Bedrohungen, die Donald Trump schafft durch das, was er denkt, sagt, tut und ist – als Präsident des wirtschaftlich und militärisch mächtigsten Landes. Dass Trump sich außerhalb jeder staatsmännischen Norm bewegt, verwundert schon gar nicht mehr. Dass er die weltpolitische Bühne wie einen Sandkasten betritt, in dem er die Regeln vorgibt und das Sagen beansprucht, wird für die Menschen des ganzen Globus zur Gefahr, aber auch für den Globus selbst.

   Wenn Trump mit den Saudis einen Waffendeal über mehr als hundert Milliarden Euro abschließt, alle menschenrechtlichen Fragen völlig und ausdrücklich ausklammert, den Iran  dabei – als gehöre das zum „Deal“ – als Bösewicht und Schurkenstaat an den Pranger stellt, dann hat er jede Verantwortung für einen Frieden in Nahost verworfen und jede Chance darauf völlig verspielt. Er schürt diesen weltbedrohlichen Konflikt noch, statt ihn zu entschärfen oder zwischen den Fronten zu vermitteln. Er hat längst begonnen, selber mit dem Feuer zu spielen, das leicht die ganze Welt erfassen könnte. Wenn jetzt der Iran die Saudis und die Amis hinter dem fürchterlichen Anschlag in Teheran vermutet, hat der Konflikt in Nahost den Siedepunkt erreicht.

   Wenn Trump von Frieden redet, weiß man nicht, was er meint. Offensichtlich etwas, das bloß das Ergebnis guter „Deals“ ist. Dabei gilt jedoch immer „Amerika first“. Ein solches Zerrbild von Frieden im Kopf des amerikanischen Präsidenten ist eine Gefahr für die ganze Welt. Und in diesem Kopf hat er die Welt in Gut und Böse eingeteilt. Er ist auf der Seite der Guten und leitet daraus das Recht, ja die Pflicht ab, die auf der bösen Seite zu bekämpfen – auf seine Art und Weise natürlich und nach seinen Regeln. Immer aber gilt dabei „Amerika first“.

   Das gilt auch für die Beschlüsse der Weltklimakonferenz. In bizarrer Hybris und abgrundtiefer Ignoranz kündigt er auch dem Planeten Erde die mit der weltweiten Staatengemeinschaft beschlossenen Maßnahmen der Klimakonferenz auf. Hier hat jemand begonnen, mit dem Planeten, unserem Globus, dem Lebensraum und der Zukunft unserer Kinder „lieber Gott“ zu spielen. Tatsächlich haben der „Regierungsstil“ und das Selbstverständnis dieses Präsidenten furchterregende Affinität mit den römischen Imperatoren der Antike, die sich selbst zu Göttern erhoben. Nur sind seine Möglichkeiten heute von globaler Zerstörungskraft.

   Mit Trump ist unfassbare Wirklichkeit geworden, was noch vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte. Dieser Präsident der Vereinigten Staaten ist nur noch zum Fürchten.

 

© Josef Gredler