Josef Gredler

Er ist wahrhaft auferstanden

 

Wenn wir am Karfreitag betrachtend Jesus nach Golgotha folgen,

uns selber unter das Kreuz stellen

oder aus der Entfernung sein Sterben an diesem Kreuz erleben.

Wenn wir am Ostermorgen auch selber zum Grab eilen und erfahren,

dass er nicht mehr da ist, dass er auferstanden ist,

dann…

könnte sich unser Zweifel mit Glaube,

unser Unglaube mit Hoffnung vermischen.

Ist dieser Jesus, der so schrecklich am Kreuz gehenkt worden war,

wirklich auferstanden?

Dürfen wir uns aus diesen Zweifeln mit österlicher Freude erheben?

Wenn Jesus wirklich auferstanden ist,

dann hat er allem Schrecken und Bösen,

aller Finsternis dieser Welt den Anspruch auf Endgültigkeit genommen.

Wenn du, Jesus, wirklich auferstanden bist,

dann nimmst du jedem Aufschrei,

den ein Kind, eine Frau oder ein Mann ausstoßen muss,

weil ihnen unvorstellbare Gewalt angetan wird,

seine Endgültigkeit.

Wenn du, Jesus, auferstanden bist,

dann bleibt kein Aufschrei einer Kreatur ungehört und vergebens.

Wenn du, Jesus, wirklich auferstanden bist,

dann enden die Wege derer, die vor Gewalt und Schrecken fliehen,

nicht im Abgrund der Verlorenheit.

Wenn du, Jesus, wirklich auferstanden bist,

dann wird diese Welt nicht im Nichts der Zerstörung versinken.

Wenn du, Jesus, auferstanden bist,

dann haben Leid und Tod nicht das letzte Wort.

Wenn du Jesus auferstanden bist,

dann stirbt kein Mensch hinein in die Vergessenheit und Verlorenheit.

Wenn du, Jesus, auferstanden bist,

dann wird nichts und niemand versinken im sinnlosen Nichts.

Weil du, Jesus, auferstanden bist,

dürfen wir in österlichen Jubel ausbrechen,

dann am Ende wartet das Leben, die erlöste Schöpfung, das Paradies.

 

© Josef Gredler