Josef Gredler

012 Advent annehmen, nicht machen

 

Alle Jahre wieder

kommt der Advent

und mit ihm kommen

viele adventliche Gedanken,

die wir bereit haben für andere

und ihnen gerne mit auf den Weg geben.

Alle Jahre wieder

kommen wir in Versuchung,

den Advent zu inszenieren,

Advent zu produzieren.

Vielleicht heuer einmal anders.

Nicht herstellen, nicht machen wollen,

was ohnedies nicht machbar ist,

sondern einfach annehmen

wie ein Kind,

sparsamer mit adventlichen Sprüchen,

aber allen Ernstes mich selber

ganz offen in diese Erwartung stellen,

in diese adventliche Strömung,

Verheißung und Aufruf selber spüren

und einen adventlichen Aufbruch wagen.

Advent weniger auf dem Schreibtisch verteilt,

an der Wand befestigt,

auf der Festplatte meines PC gesichert,

Advent einmal tatsächlich

für mich und in mir,

indem ich mich selber öffne,

selber hinhöre auf sein Wort,

meine Hindernisse aus dem Weg räume

und den Weg in mein Inwendiges freimache

und selber damit beginne,

IHN wirklich zu erwarten,

und selber Raum schaffe,

Platz mache für IHN,

selber mir Zeit nehme für IHN,

der auch bei mir ankommen möchte,

um mich in seine Verwandlung zu nehmen.

Ich selber als Adventkalender

mit vielen Türen,

und jeden Tag

eine neue Tür in mein Inwendiges

aufgehen lassen für IHN,

der auch mich in SEIN Licht führen möchte,

weg von meiner Dunkelheit,

Schwachheit und Angst.

 

© Josef Gredler